Die Achse zwischen dem Walpurgisfest/Beltane (1. Mai) und dem Totenfest/Samhain (1. November) teilt das Jahr in einen „Hirtenkalender“ mit zwei Jahreszeiten. Er entspricht dem Abschluß der Waldarbeiten im Mai, wo man singt „Wir gehen nicht mehr ins Holz“, und dem Auszug der Herden auf die Weiden; umgekehrt sind es die Rückkehr der Herden im November und der Beginn der Holzfällerarbeiten sowie der Baumpflanzungen.
Die Anordnung der Feste im Laufe des Kalenders spiegelt den Kreislauf des kosmischen Jahres wider: Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt und den Lauf der Sonne, die zu Epiphania/Berchtentag (6. Januar) wiedererscheint, ein Wissen, das sich auch in den antiken römischen Saturnalien wiederfand, die am Ende des Monats Dezember/Anfang Januar gefeiert wurden.
Die acht Jahresfeste mit ihrem Sinngehalt werden hier auf einfachste Weise erklärt. Der Reichtum jedes Volkes, jedes Landes und jeder Region ist von einem derartigen Umfang und einer so großen Gestaltungskraft, daß an dieser Stelle nicht alles dargelegt werden kann. Um die Tanzlinden und die acht „Mutterfeste“ herum möchte dieses Projekt auch Anregungen vermitteln, um unsere ureigenen Überlieferungen und Bräuche zu erforschen, zu entdecken, zu sammeln und zu erleben, um damit das Leben unserer großen und kleinen Gemeinschaften zu bereichern.
Ohne irgendeine Ausschließlichkeit können die poetischen Orte der Tanzlinden mit anderen Ereignissen oder Festen verbunden werden, die dem Gemeinschaftsleben seinen Rhythmus geben: Verlöbnisse, standesamtliche Trauungen, Einweihungen ... Vergessen wir auch nicht, den 14. Februar, den „Tag der Liebenden“ (St. Valentinstag), unter dem Baum der Liebe zum Leben zu begehen, das alte Fest des nordischen Gottes mit Pfeil und Bogen, Vali, unseres kleinen Amors.


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Zeichnungen und Graphik : Pierre Albuisson
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