| Die
Rolle der Feste
Sobald sich Gesellschaften formen und strukturieren, entsteht
das Bedürfnis, Festtage und Festorte, wie etwa unter
unserer Tanzlinde, zu bestimmen, die zum Zusammenhalt der
Gemeinschaften beitragen. Diese Feste, seien sie nun kosmischer,
religiöser und politischer Art oder Gedächtnistage,
bilden mit ihren unterschiedlichen Schattierungen einen genauen
Jahreskalender.
Von Generation zu Generation sichern sie uns eine Ordnung,
die auf unsere Wurzeln zurückgeht. Unter diesem Gesichtspunkt
üben sie eine Funktion des Bewahrens alter, noch lebendiger
Traditionen aus und kräftigen und bereichern sich durch
Neues. Das Begehen dieser Feste gibt Anstoß zu weiteren
Aktionen und festigt das Zusammenleben jeder Gemeinschaft.
Im Kontrast zum grauen Alltag erlebt man die Riten eines Festes
viel schöner und intensiver, man möchte fast sagen
– als heilige Zeit. Am Tag eines solchen Festes feiert
die ganze Gemeinschaft viele fröhliche Stunden in enger
Verbundenheit. Sorgen und Mißhelligkeiten sind vergessen,
und Versöhnung, Begegnung und Harmonie werden befördert;
wir sind dann nicht auf einer kommerziellen Schauveranstaltung,
auf der heutzutage der Mensch eine passive Rolle spielt, denn
durch die Teilnahme von allen und jedem wird bei den Gemeinschaftsfesten
das reine Spektakel ersetzt. |
Tanzlinde
von Ratibor |