Betrachtet
man übrigens die europäischen Mythen und Legenden,
erkennt man, dass die Eiche den männlichen Göttern
zugeordnet wird, während die Linde dem weiblichen Prinzip
entspricht. Die antike Legende von Philemon und Baucis erzählt,
dass Philemon von Zeus und Hermes als Sinnbilder der ewigen
Gattenliebe in eine Eiche und Baucis in eine Linde verwandelt
wurden.
Manch einer mag auch das Bild aus alten französischen
Schulbüchern kennen, auf dem König Ludwig der Heilige
unter einer Eiche Gericht hält. Diese Eiche, ein männliches
Gegenstück zur weiblichen Linde, wird dort "Eiche
der Sternbilder" genannt. Im Gegensatz zur Linde wurde
diese Eiche an einem versteckten Ort abseits des Dorfes, dem
Versammlungsort der weisen Männer, gepflanzt.
Die dreistöckige Tanzlinde versinnbildlicht die drei
Kreise des Sonnenlaufs, je einer zur Winter- bzw. Sommersonnenwende
und der dritte zur Tag- und Nachtgleiche. Das aus der Achse
der Kardinalpunkte Ost-West und Nord-Süd gebildete Kreuz
+ wird von
einem zweiten Kreuz, "dem Taranis - oder Andreaskreuz
X" überlagert,
das die Punkte des Sonnenaufgangs (Nord-Ost und Süd-Ost)
und des Sonnenuntergangs (Süd-West und Nord-West) zur
Zeit der beiden Sonnenwenden bilden. Diese beiden Kreuze teilen
den Jahreslauf in acht gleiche Teile, die den acht natürlichen
überlieferten europäischen Jahresfesten entsprechen.
Dieses Projekt zielt darauf ab, Tanzlinden in allen europäischen
Dörfern und Städten zu pflanzen. |

Eiche
der Sternbilder
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